Sophie Schweighart erhält den 80. Internationalen Bergischen Kunstpreis für ihr Werk:
„Office for Unusable Ideas“, 2025, Rauminstallation
Begründung der Jury:
Die Medienkünstlerin Sophie Schweighart präsentiert mit ihrem Werk „Office for Unusable Ideas“ eine labyrinthische Rauminstallation, die an das verlassene Büro einer fiktiven Person erinnert. Die scheinbare Architektur ist von einem sorgfältig konzipierten Computersystem durchzogen, das die Künstlerin eigens entwickelt hat.
Die Besucherinnen und Besucher können den Raum und seine Proportionen kaum erfassen und verlieren schnell die Orientierung. Währenddessen interagieren sie mit einem KI-basierten System, das auf ihre Bewegungen mit Geräuschen und Lichtimpulsen reagiert. Sie bewegen sich dabei in einem Spannungsfeld zwischen Sichtbarkeit, Überwachung und Kontrolle.
Hinweise auf mögliche Identifizierbarkeit – etwa in Form von im Raum integrierten Tagebüchern, Notizen oder persönlichen Dokumenten – bleiben unerreichbar und lassen sich nicht entschlüsseln. Auf diese Weise wird der Mensch selbst Teil eines komplexen Kunstwerks, das mit der KI „Delphi“ eine Technologie einsetzt, die mit persönlichen, intimen Daten trainiert wurde.
Aus dem Zusammenspiel von institutioneller Architektur und Publikum und seiner körperlichen Präsenz entsteht ein sich stetig wandelndes Kunstwerk, das weniger als statisches Objekt zu begreifen ist, sondern vielmehr als eine zeitlich begrenzte, prozesshafte Situation. Diese komplexe und gleichermaßen durchdachte Werkaussage Sophie Schweigharts hat die Jury überzeugt.