»Proberaum Pina«
Beschreibung der ausgestellten Arbeiten

 

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Saioa Fischer Abaigar
Spontane Phänomene II
Kohlezeichnung auf Papier, Maße variabel
photo-repro: Saioa Fischer Abaigar

Die Kohlezeichnungen in unterschiedlichen Maßen sind als Einzelarbeiten entstanden und definieren als Serie einen zusammenhängenden Bildraum. Sie befassen sich mit Raumsituationen, mit Bewegung und Zeit, sowohl von Figuren wie auch von Gegenständen. Die Darstellungen basieren auf den Bühnenwelten des Tanztheaters und präsentieren traumartige, surreale oder geisterhafte Szenen.

 

Anan Ashour
And Germany continues to deliver through the flower (dt.: Und Deutschland liefert weiter durch die Blume)
Malerei, ca. 300 x 300 cm
photo: Lina Schneider

 

Thilo Brämer
Untitled
Bleistift auf Leinwand, 120 x 90 cm

Ähnlich wie die Stücke von Pina Bausch spielt die Zeichnung mit dem Aspekt des ‚Unvollständigen‘, beziehungsweise des ‚Unausgesprochenen‘ und versucht sich an der Analyse einer solchen Behauptung. Sie beschäftigt sich mit dem schmalen Punkt zwischen zwei Momenten, welcher als Lücke, und eventuell auch als Fehler, angesehen werden kann und tritt, durch die Konfrontation mit solchen Fragmenten, mit den Beobachtenden in Dialog.

Kristina Bublevskaya & Ana Alondra Martinez
Watching clouds (dt.: Wolken anschauen)
Fotografie und Videoinstallation, Maße variabel

Die Teilnehmer*innen sind eingeladen, die Zeit für einen Moment zu vergessen und zu beobachten, wie sich die Geschichte einer Zweierbeziehung in verschiedenen Jahreszeiten entfaltet. Ein performatives Spiel von Körpern belebt die Ereignisse von Verbindung, Entfernung, Tod und Migration.

 

Sihan Chen
Disturbance of Delight (dt.: Gestörtes Vergnügen)
Acryl auf Leinwand, 120 x 140 cm, 60 x 80 cm, 60 x 80 cm

Die Arbeit ist Teil einer langfristig angelegten Serie von Werken der Künstlerin, die aus fluoreszierenden rosa und schwarzen Farben bestehen. Durch die kontinuierliche Reproduktion und Verzerrung des Bildes eines Pferdes werden nach dem Zufallsprinzip sehr unterschiedliche Emotionen und Geschichten im Bild komponiert. Disturbance of Delight ist eine Art Malerei-Tagebuch.

 

Corinna J. Duschl
Sonnentaugewächse
Installation mit Torf, Keramikobjekten, Video, 200 x 250 cm

Torf bedeckt die Bühne in Das Frühlingsopfer (1975), das Ritual des Frühlings wird mit jeder Aufführung in die Erde eingeschrieben. Doch nicht nur Tänzer*innen, auch Kraniche vollführten hier ihre Rituale. Durch Torfabbau wurden Moore entwässert, Lebensräume zerstört. In Sonnentaugewächse kehrt die betanzte Erde ritualistisch an ihren Ursprungsort zurück.

 

Johannes Hoffmann
Zu versuchen Dinge miteinander
1 – Aluminium, Nessel, Beamer, Kamera, 290 x 380 x 380 cm
2 – Aluminium, Schere, Nessel, Nadelkissen, Nadel, Garn, Einfädler, Text, 125 x 25,5 x 11 cm

Jede Seite der Aluminiumstruktur wird gefilmt und auf die jeweils nächste Leinwand projiziert, sodass im Inneren ein zirkulärer Feedback-Raum entsteht. Eine Texttafel und Werkzeuge an der Wand geben Auskunft darüber, wie Besucher*innen mit der Installation interagieren können.

 

erinleehong
Spool
Experimentelle Videoserie
video-screenshot: erinleehong

Wir spulen von Pechschwarz zu einer leeren Spule und von leerem Weiß zu einer vollen Spule. Der Boden schmiegt sich an unsere Fußsohlen, während wir die Landschaft wegschieben. Wir folgen unserem Weg und wieder zurück und kehren zum Kreis zurück. Der Sound besteht aus wiederholenden Noise Beats, die den chronologischen Fluss unterbrechen.

Performer: Sian Yi

 

Saskia Tamara Kaiser
shoot
Performative Komposition: bearbeiteter Edelstahl, 1-Kanal-Videoarbeit auf Smartphone (22 Min.), Körper, Kostüm, 120 x 120 x 50 cm

„Grausam ist es – gewaltvoll, roh, brutal. Manchmal hoffe ich, dass all dies nur ein Albtraum ist, aus dem ich plötzlich erwache und alles wieder so wird, wie es früher war. Früher, als ich noch ein Kind war und die Grausamkeiten der Welt für mich nur in Märchen existierten.“

 

Chanmin Kim
The Meteor Shower
4-Kanal-Video-Installation (5 Min.)

So bewegt sich Pina – manchmal anmutig, verzweifelt. Manchmal verspielt, von niemandem bemerkt. Ich stelle mir einen Meteorschauer ohne Ziel vor, einen nachdenklichen Meteor, der hinabfällt und unzählige, unerzählte Geschichten mit sich trägt. (Nachdem er Pina Bauschs‘ Solo-Choreografie «PHILIPS 836 887 DSY» angesehen hat.)

 

Haza (Hazal Döleneken)
Kadife Diken Serien KD1: The Back of My Mind (dt.: Mein Hinterkopf)
Installation mit Mixed-Media, 280 x 280 x 280 cm

The Back of My Mind erforscht Geist und Psyche durch eine abstrakte Sprache, die eine Brücke zwischen Bewusstem und Unbewusstem schlägt. Die aus der Kartierung des Unterbewusstseins stammenden Objekte sind in einem Raum mit flüchtigen Grenzen verteilt. Sie schaffen eine Umgebung, in der haptische und akustische Aspekte Grenzen überschreiten, während visuelle Elemente introspektiv bleiben.


Kadife Diken Serien KD2: Tides Within (dt.: Innere Gezeiten)

(Ab Mai) AR-Installation: Pappe, Kaninchendraht, Epoxy-Harz, MDF-Platte, Spiegel 10 x 10 x 10 m

Tides Within ist eine Skulptur, die durch die Performance mit Jorge Puerta Armenta zum Leben erweckt wird. Sie erforscht die Psyche durch eine abstrakte Sprache, die eine Brücke zwischen dem Bewussten und dem Unbewussten schlägt. Das Meer symbolisiert Träume und das Unbewusste, sein Schatten die Zerstörung, die Blackbox Tabus, Begehren und Wut und der Spiegel die Selbstwahrnehmung, Empathie, Narzissmus und Konflikte.

Gefördert durch das Förderprogramm «Stadtbesetzung» des Kultursekretariats NRW Gütersloh und des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Produktions Design Assistenz für beide Projekte: Tash & Helin Sezen Korkmaz

 

Ella Kühn
5 blaue Kleider (Truhenstück)
Performance-Aktion, Installation, Überseetruhe, Paravent, Kleider, Foto, Text
photo: Ella Kühn

Das Arrangement aus Möbeln bildet den Ausgangspunkt für die performative Aktion, die aus dem jeweiligen Präsentieren der Kleider besteht, die in der Truhe lagern. Die Künstlerin trägt all ihre Kleider in einer sich wiederholenden Abfolge und steht in jedem Kleid für ein paar Minuten lang im Ausstellungsraum.

 

Juri Lechthoff
Man on Ice (Cold Stage)
Ein-Kanal Video, Röhrenfernseher, (Länge variabel)

Die Arbeit ist eine generative Neuanordnung einer Videoperformance (Münster, 2022) mit einer experimentellen elektronischen Klanglandschaft. Die daraus resultierende Komposition reflektiert den Kontrollverlust über das eigene Bild und den störenden Einfluss der sozialen Medien. Die Bildsprache soll an David Lynchs‘ Film Lost Highway von 1997 erinnern, dessen zirkuläre Erzählung vom Verlust und Zerfall der Identität handelt.

 

 

SEYLEE
40 Balls (dt.: 40 Bälle)
Verschiedene Arbeiten auf Papier, Rahmen, 230 x 260 cm

Diese Arbeit untersucht die Beziehung zwischen Bewegung und den Mustern, die durch Wiederholung entstehen. Jedes Element bewahrt seine eigenen Eigenschaften und schafft ein Gleichgewicht zwischen Harmonie und Individualität. Das Zusammenspiel von Bällen, Fragmenten und Texturen erzeugt dabei Muster, in denen Wandel und Stabilität koexistieren. Durch Wiederholung und Variation veranschaulicht die Arbeit die Dynamik von Bewegung und Harmonie.

 

Tongtong Li
Nomadic Body (dt.: Nomadischer Körper)
3D-Animation und multimediale Installation, Maße variabel

Eine 3D-Animation, die Motion-Capture-Tanzperformances und KI-generierte Visuals integriert, um die Transformation von Körpern in einer spekulativen post-digitalen Utopie zu erforschen. Die Arbeit untersucht digitales Nomadentum, biopolitische Überwachung und die anhaltende Diskriminierung in imaginären technologischen Zukünften.

 

Duoni Liu
Spitzen Warentest
Mixed-Media-Installation mit Klang und Skulptur

Die Installation erforscht Duonis Kindheitstrauma und Transformation, inspiriert von Pina Bauschs‘ Fähigkeit, die Fragilität, Wut und rohe Emotion unter der Oberfläche menschlicher Erfahrungen offenzulegen. Durch das mechanische, unerbittliche Hämmern im Rhythmus von Le Sacre du Printemps kritisiert die Künstlerin die Absurdität und Brutalität traditioneller Ballettpraktiken.

 

Bernard Mescherowsky
Bewegungen 1-3
Drei gerahmte Fotografien, 80 x 65 cm
photo: Bernard Mescherowsky

Die fotografische Studie setzt sich mit dem Leben am Wiener Platz in Köln auseinander. Alltägliche Motive werden in einem flüchtigen Blick festgehalten. Polizeikontrolle, Mallifizierung und Stadtentwicklung stehen im Kontext einer feindlichen Architektur – Ausschnitte eines Platzes aus Stahl-, Glas-, Betonkonstruktionen.

 

Vanessa Monti  
Carnera
Mixed-Media-Installation & Performance (30 Min.)

Carnera ist eine 30-minütige Performance mit einer Textilskulptur eines sterbenden weiblichen Tieres in den letzten Augenblicken der Laktation. Zwei Figuren in weißen Tuniken tragen das Tier in einer religiösen Prozession zu seinem Ruheort und betrauern es voller Zärtlichkeit und Dankbarkeit. Als Opfergabe schneiden sie ihre Haare ab und stellen so symbolisch das Fell des Tieres wieder her. Auf einem Erdhügel, der an einen improvisiertes Grab erinnern soll, werden Blumen abgelegt.

 

Kyuwon Moon
Anti-Hotteok Energy
Video Installation (7:40 Min.)

Die Gymnastikübungen älterer Menschen, die man auf den Straßen Koreas beobachten kann, basieren auf ihrer eigenen Philosophie des Körpers. Sie sind davon überzeugt, dass selbst entwickelte, wiederholende Bewegungen und Massagen dabei helfen, Schmerzen zu lindern und ihren körperlichen Zustand zu verbessern. Anti-Hotteok Energy zeigt eine fiktive Energie und untersucht eine Übungsmethode, die von einer ebenfalls fiktiven Figur im Video präsentiert wird.

 

David Nils Müller
Das Bild verschlingt
Installation mit performativer Intervention, 80 x 80 x 100 cm

video still: David Nils Müller

Das Bild verschlingt ist eine Installation mit performativen Interventionen. Die Arbeit reflektiert den Einfluss des medialen Bilderstroms auf alltägliche Handlungen. David Nils Müller thematisiert kritisch, wie selbst der Akt des Essens durch die Allgegenwart visueller Reize unterwandert wird und so zur Entfremdung von grundlegenden menschlichen Erfahrungen beiträgt.

David Jongsung Myung
Everything Must Come From Heart, It Must Be
Lived Installation, Maße variabel

Eine minimalistische Duft-Installation erinnert an das Wesentliche: das, was aus dem Herzen kommt und gelebt werden muss. Handgemachte Düfte entfalten sich unsichtbar, aber spürbar. Besucher riechen, halten inne und schreiben ins Gästebuch. Jeder Eintrag wird Teil einer wachsenden Sammlung von Gedanken, Erinnerungen und Sehnsüchten – ein Experiment über die Wirkung des Unsichtbaren auf die menschliche Natur.

 

Soojin Ok
Constration (Contro+interaction)
Installation, Mixed Media, 300 x 400 x 200 cm

photo: Soojin Ok

Pina Bausch untersucht das Kräfteverhältnis zwischen Mensch und Natur und drückt dabei sowohl Angst als auch tiefe Bewunderung für die Macht der Natur aus. Die Installation zeigt, wie künstliche Pflanzensysteme den menschlichen Wunsch nach Kontrolle widerspiegeln. Indem der Mensch Umweltbedingungen verändert, fördert er zwar das Pflanzenwachstum, schafft jedoch auch Abhängigkeit. Doch die Natur leistet subtil Widerstand, verändert den Einfluss des Menschen und erzählt zu guter Letzt ihre eigene Geschichte.

Anastasia Meer Osoianu
Second (dt.: Sekunde)
Experimenteller Kurzfilm (4.5 Min.)

Der Mechanismus einer Uhr folgt einer einfachen Regel – er wiederholt sich. Nach dem ersten Schlag gibt es einen zweiten, um die Asche aufzuräumen, und dann wieder, der selbe Klang, dieselbe Erinnerung, ein neuer Zyklus. Eine Generation nach der anderen wiederholen wir den selben Klang, folgen etwas, das Gott ähnelt, sterben und werden wieder geboren. Ein einfaches Ritual, in Demut durchzuführen.

 

Mohamad Moe Sabbah
Palermo Palermo […] Everytime and Everywhere (dt.: Palermo Palermo [..,] Immer und überall)
Performance und Mixed-Media Installation, fortlaufend bis die Mauer fertiggestellt ist

Hinter dem blau getönten Fenster des Museums sitzt der Time Teller auf einem Haufen aus Sandsäcken, Holz und Ziegeln. Er ist fixiert wie eine Statue. Er steht auf und beginnt mit dem Material, das ihn umgibt, eine Mauer hinter dem Fenster zu bauen. Sobald die Mauer fertig ist, geht der Time Teller davon.

 

Luca De Marco
Ohne Titel
Videoinstallation, 300 x 300 x 200 cm

Ein Bildschirm, in Torf verankert, zeigt eine visuelle Fusion aus digital veränderten Körpern und Footage des Originalstücks. Tänzer*innen morphen, verformen sich, verschmelzen mit der Erde und lösen sich auf – ein digitaler Tanz zwischen Geburt, Opfer und Vergänglichkeit. Die Videoinstallation ist inspiriert von Pina Bauschs‘ Das Frühlingsopfer / The Rite of Spring.

 

Alexandra Lex Nikitina
Titan
Live-Performance mit Ton (15 Min.), Video ohne Ton (4 Min.)
video-still: Lea Sprenger

Die Performance Titan ist ein Balztanz einer monströsen und unnatürlichen, kolossalen Kreatur aus einer spekulativen Vergangenheit oder Zukunft. Der Titan, sei es eine Gottheit oder ein Dämon, ein Tier oder eine Frau, bewegt sich eingeschränkt durch den Raum, eingezwängt von den Wänden der Performance-Bühne, und ruft bei seinem Flirtversuch Schrecken oder Gelächter hervor. Ein vierminütiges Video folgt der gleichen Figur, die sich für den*die unbedeutend kleine*n Betrachter*in interessiert, um sie*ihn dann in Enttäuschung und unerfüllbarer Einsamkeit zurückzulassen.

(Performance Sound: Farah Wind, Kamera Video: Lea Sprenger)

 

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Polarized Tensions (dt.: Polarisierte Spannungen)
Aluminium, Polarisierungsfilter, LED-Licht, Kugellager, Acrylglas, 150 x 150 x 30 cm

Polarized Tensions ist eine interaktive Lichtinstallation aus Acrylglas und Polarisationsfiltern, die physikalische Spannungen sichtbar macht. Durch drehbare Filter entstehen dynamische Farbverläufe, die emotionale Spannungen und Beziehungen, inspiriert von Pina Bauschs‘ Choreografien, symbolisieren.

 

Alexandra Sakir
(EN)action
Performance (40 Min.) Tinte auf Papier, 300 x 650 m

In (EN)action wird die Performance zum Ausdruck körperlicher Bewegung, der Pinsel führt den Körper, während abstrakte Motive in schwarzer Tinte entstehen. Das Werk verbindet Abstraktion mit wiederkehrenden Augen und Gottheiten, inspiriert von buddhistischen Traditionen und Stammesmasken. Es symbolisiert die Konfrontation mit dem Schatten-Selbst und die Integration verborgener Persönlichkeitsaspekte.

 

Zoe Wrede
keep talking or shut up
Edelstahl, Gips, Maße variabel

Sequenzen eines Theaterbesuchs. Beobachtungen der Funktionalität von Bühnen und Zuschauerräumen verschiedener Häuser. Eine Bühnenkonstruktion kehrt dem Publikum den Rücken. Zusammenfassung von dem, was geschehen könnte. Ein Leuchten am Ende des Raums. Wenn ich mich nähere, wandert es die Wand hinauf.

 

Yonca Yildirim
Horizontale Treppe
Foto-Skulptur, Maße variabel

Die Arbeit, bestehend aus einer Serie von Fotografien, die auf Acrylglas gedruckt sind, wird zu einer abstrahierten Verkörperung von Bewegung, die im Rahmen des darstellenden Körpers eingefangen wird. Eine Konvergenz von Zergliederung und Verbindung und eine Erforschung der Materialität. Die Installation hinterfragt Präsenz, Bewegung und Zeit, indem sie Bewegung in eine skulpturale Form abstrahiert und fragmentiert.